Telefonieren im europäischen Ausland ist noch einmal billiger geworden. Zum 01.07.2011 sind die Roaming-Gebühren weiter gesunken – auf maximal 35 Cent für ausgehende und 11 Cent für eingehende Anrufe. Der Empfang von Voicemail-Nachrichten kostet nichts. Das schreiben die von der Europäischen Kommission geänderten Regeln vor. Nach Angaben der für die Digitale Agenda zuständigen Vizepräsidentin der Kommission Neelie Kroes werden die Endkundenpreise für in anderen EU-Ländern getätigte oder angenommene Sprachanrufe dank der neuen Preisobergrenzen in 2012 vorübergehend sinken. Die Roamingprobleme müssten aber mit einem dauerhaften strukturellen Lösungsansatz „an der Wurzel“ gepackt werden.
Die jetzige Preissenkung ist laut Kommission die letzte einer ganzen Serie entsprechend der derzeit geltenden EU-Roamingverordnung, die im Juni 2012 auslaufe. Nun müssten die nationalen Telekom-Regulierer dafür sorgen, dass die Mobiltelefonanbieter die neuen Vorschriften über das Datenroaming und die Preissenkungen für Sprachanrufe einhielten. Bei Problemen oder Fragen in Bezug auf die neuen Höchstpreise könnten sich die Verbraucher an die nationale Regulierungsbehörde des Mitgliedstaats wenden, in dem ihr Mobilfunkbetreiber niedergelassen sei, rät die Kommission.
Einem Kommissionsbericht von 2010 zufolge führen die Regeln nur für den vorgeschriebenen Zeitraum zu niedrigeren Roamingpreisen. Das Grundproblem des mangelnden Wettbewerbs auf den Roamingmärkten sei aber nicht behoben. Deshalb wird die Kommission eigenen Angaben vom 30.06.2011 zufolge neue Vorschläge für langfristige Regeln vorlegen.
Europäische Kommission, PM vom 30.06.2011
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