Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung zu. Datenschutzerklärung
ConTax Muschlin & Partner Foto 03
ConTax Muschlin & Partner Foto 04
ConTax Muschlin & Partner Foto 05
ConTax Muschlin & Partner Foto 06
ConTax Muschlin & Partner Foto 07
ConTax Muschlin & Partner Foto 08
ConTax Muschlin & Partner Foto 09
ConTax Muschlin & Partner Foto 10
ConTax Muschlin & Partner Foto 11
ConTax Muschlin & Partner Foto 12
ConTax Muschlin & Partner Foto 13
ConTax Muschlin & Partner Foto 14
ConTax Muschlin & Partner Foto 15
ConTax Muschlin & Partner Foto 16
ConTax Muschlin & Partner Foto 17
ConTax Muschlin & Partner Foto 18
ConTax Muschlin & Partner Foto 19
ConTax Muschlin & Partner Foto 20
ConTax Muschlin & Partner Foto 21
ConTax Muschlin & Partner Foto 22
ConTax Muschlin & Partner Foto 23

Wir suchen eine/n Steuerfachangestellte/n

Sie sind interessiert? Bewerben Sie sich jetzt bei uns.
Wir freuen uns über Ihre aussagefähige Bewerbung.

zurück

Wohngemeinschaft mit Kollegin schließt doppelte Haushaltsführung nicht aus

Die Lebensführung des Steuerpflichtigen am Beschäftigungsort ist einkommensteuerrechtlich grundsätzlich unerheblich. Eine doppelte Haushaltsführung ist auch dann beruflich veranlasst, wenn der Steuerpflichtige den Zweithaushalt am Beschäftigungsort in einer Wohngemeinschaft einrichtet. Dies stellt der Bundesfinanzhof (BFH) klar. Erst, wenn sich der Mittelpunkt seiner Lebensinteressen an den Beschäftigungsort verlagere und die Wohnung dort zum Ort der eigentlichen Haushaltsführung werde, entfalle deren berufliche Veranlassung als Wohnung am Beschäftigungsort.

Im zugrunde liegenden Fall führte der Kläger zwei Haushalte, einen an seinem Beschäftigungsort und einen mit seiner Frau und seinen Kindern. Am Beschäftigungsort teilte er sich eine Wohnung mit einer Kollegin und kaufte sich gemeinsam mit dieser dort im Anschluss ein Haus, in dem wiederum beide wohnten. Die Wohnungsmiete trug der Kläger. Teilweise überwies ihm seine Kollegin den auf sie entfallenden Anteil, teilweise glich sie diesen aus, indem sie Lebensmittel für beide kaufte. Der Kläger machte  Aufwendungen für doppelte Haushaltsführung geltend.

Dies lehnten sowohl Finanzamt als auch Finanzgericht (FG) ab. Das FG führte aus, das Finanzamt sei zu Recht davon ausgegangen, dass die vom Kläger am Beschäftigungsort zunächst gemeinsam mit der Kollegin gemietete Wohnung und das nahe des Beschäftigungsortes gemeinsam mit dieser erworbene Haus nicht ausschließlich aus beruflichem Anlass angemietet und gekauft worden seien, sondern dass eine nicht untergeordnete private Mitveranlassung sowohl für die Anmietung der Wohnung als auch den Kauf der Immobilie eine wesentliche Rolle gespielt habe.

Der BFH hat das Urteil des FG aufgehoben und die Sache zurückverwiesen. Die vom FG bisher getroffenen Feststellungen reichten für dessen Entscheidung, dass eine Berücksichtigung der vom Kläger geltend gemachten Aufwendungen für eine doppelte Haushaltsführung ausscheidet, nicht aus. Die tatsächlichen Feststellungen des FG ermöglichten allerdings noch keine abschließende Beurteilung, ob und in welcher Höhe Mehraufwendungen für doppelte Haushaltsführung zu berücksichtigen seien.

Das FG sei zwar zutreffend davon ausgegangen, dass die doppelte Haushaltsführung dann beruflich veranlasst ist, wenn am Beschäftigungsort aus beruflichen Gründen eine Zweitwohnung unterhalten wird. Aber solche beruflichen Gründe lägen auch dann vor, wenn der Arbeitnehmer den zweiten Haushalt am Beschäftigungsort etwa in einer Wohngemeinschaft einrichtet. Es sei dann auch unerheblich, aus welchen Gründen sich der Steuerpflichtige für diese Wohnform entscheidet. Die Wohnform könne reine Zweckgemeinschaft sein oder auch auf persönlichen und freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Mitbewohnern gründen, ohne dass die Wohnung am Beschäftigungsort schon dadurch ihre Qualifikation als aus beruflichen Gründen unterhaltene Zweitwohnung verliere. Insoweit sei zu beachten, dass die Lebensführung des Steuerpflichtigen am Beschäftigungsort grundsätzlich unerheblich sei. Erst wenn sich auch der Mittelpunkt seiner Lebensinteressen an den Beschäftigungsort verlagere und die Wohnung dort zum Ort der eigentlichen Haushaltsführung werde, entfalle deren berufliche Veranlassung. Die Rechtsauffassung des FG lasse insoweit unbeachtet, dass das Wohnen am Beschäftigungsort ohnehin stets auch von privaten Motiven mitbestimmt ist.

Bundesfinanzhof, Urteil vom 28.03.2012, VI R 25/11

ConTax Muschlin & Partner
Ihr Steuerberater in Rostock

Steuerberater | Steuerberatung | Steuerberatungskanzlei Rostock | Steuerberater Rostock





© Webdesign & Werbeagentur psn media GmbH & Co. KG