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Verkäuferin soll WM-Fußballbildchen entwendet haben: Fristlose Kündigung rechtens?

Die Frage, ob einer Verkäuferin fristlos gekündigt werden darf, wenn sie Fußballbildchen entwendet hat, hat das Arbeitsgericht (ArbG) Mönchengladbach beschäftigt. In einem Gütetermin wies das Gericht die Parteien darauf hin, dass im konkreten Fall unter anderem maßgeblich sei, ob die Verkäuferin sich überhaupt bewusst war, dass sie die Bildchen entwendet. Denn diese hatten sich in einem größeren Karton befunden. Die Verkäuferin hatte angegeben, diesen für leer gehalten und zu Archivierungszwecken mit nach Hause genommen zu haben. Die 36-jährige Klägerin ist seit 1998 als Mitarbeiterin im Einzelhandelsgeschäft des Beklagten beschäftigt und war zuletzt neben Tätigkeiten an der Kasse, der Warenannahme und Bestückung des Geschäftes mit Ware auch mit der Kassenabrechnung, Kassenbuchführung, Abschließen des Geschäftes nach Feierabend, Geldtransport zur Bank und mit der Führung der Drogerieabteilung befasst. Am 09.05.2014 entsorgte die Klägerin Altpapier und Altkartons in der sich auf dem Parkplatz des Supermarktes befindenden Papierpresse. Nachdem sie einen der Kartons hin- und her geschüttelt hatte, legte sie diesen in den Kofferraum ihres auf dem Parkplatz abgestellten Pkw. Diesen Vorgang nahm der Beklagte über das im Parkplatzbereich installierte Kamerasystem wahr, konfrontierte die Klägerin damit und nahm gemeinsam mit ihr den im Kofferraum befindlichen mittelgroßen Karton in Augenschein. In diesem befand sich ein weiterer kleinerer Karton mit Fußballsammelbildern. Diese Sammelbilder erwirbt der Beklagte zu einem Preis von acht Euro pro Karton. Sie werden an Kunden ab einem Einkauf von zehn Euro an der Kasse abgegeben.

Der Beklagte kündigte das Arbeitsverhältnis mit der Klägerin fristlos. Dagegen hat die Klägerin Kündigungsschutzklage erhoben. Sie behauptet, nicht bemerkt zu haben, dass sich in dem mittelgroßen Karton etwas befunden habe. Dies sei ihr insbesondere beim Schütteln nicht aufgefallen. Sie habe den Karton für leer gehalten und ihn zu Archivierungszwecken mit nach Hause nehmen wollen. Sie ist darüber hinaus der Ansicht, dass die fristlose Kündigung angesichts des geringen Wertes der Fußballbilder unverhältnismäßig sei.

Der Beklagte trägt vor, der Klägerin sei der Inhalt des Kartons bekannt gewesen. Das Gewicht der Fußballbilder (fast 1,3 Kilogramm) habe sie bemerken müssen. Die Klägerin habe eine besondere Vertrauensstellung inne. Das Vertrauensverhältnis sei nun irreparabel zerstört.

Das ArbG Mönchengladbach hat in einem Gütetermin darauf hingewiesen, dass die Entscheidung des Rechtsstreits unter anderem davon abhängen wird, ob der Klägerin der Inhalt des Kartons bewusst war und davon, welches Ergebnis die im Rahmen eines Kündigungsschutzverfahrens stets durchzuführende Interessenabwägung hat. Über diese Fragen entscheidet das Gericht nach ergebnislosem Gütetermin in einem weiteren Termin. Zur Anberaumung eines Termins kam es laut ArbG jedoch zunächst nicht. Denn die Parteien hätten sich widerruflich auf eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses verständigt. Arbeitsgericht Mönchengladbach, 2 Ca 1442/14

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