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Riskantes Devisentauschgeschäft: Beratender Anwalt haftet nicht für Falschgeld

Ein Finanzierungsberater, der geltend macht, bei einem riskanten Devisentauschgeschäft in Italien 200.000 Euro verloren zu haben, ist mit seiner auf diesen Geldbetrag gerichteten Klage gegen seinen Anwalt gescheitert. Das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht (OLG) konnte nicht erkennen, dass der Rechtsanwalt, den der Finanzierungsberater im Vorfeld des Geschäfts um Rat gefragt hatte, seine Beratungspflichten verletzt hat. Der Kläger habe dies nicht beweisen können.

Der Finanzierungsberater hatte seinem Rechtsanwalt erzählt, dass ihm ein Mann, mit dem er sich zuvor in Mailand wegen Immobiliengeschäften getroffen hatte, telefonisch angeboten habe, dass er für 200.000 Euro nach Wahl Pfund- oder Dollarnoten im Gegenwert von 338.000 Euro erhalten würde. Der Rechtsanwalt beantwortete Fragen des Finanzierungsberaters zu dem Devisentauschgeschäft. Deswegen ging das OLG davon aus, dass zwischen dem Finanzierungsberater und dem Rechtsanwalt ein anwaltlicher Beratungsvertrag zustande gekommen ist. Der Finanzierungsberater musste nun aber im Prozess beweisen, dass der Rechtsanwalt seine Beratungspflichten verletzt hat. Dies ist ihm laut OLG nicht gelungen. Die Richter waren nach einer Beweiserhebung nicht davon überzeugt, dass die Schilderungen des Finanzierungsberaters über den Inhalt des anwaltlichen Beratungsgesprächs zutreffen.

Der Kläger behauptet, sein Anwalt habe auf seine Fragen, ob solch ein Devisentauschgeschäft üblich oder riskant sei, geantwortet, dies sei üblich und nicht zu beanstanden. Da er ängstlich gewesen sei, eine Summe in Höhe von 200.000 Euro in bar nach Italien zu bringen, habe ihm sein Anwalt geraten, er solle das Geld im Kofferraum hinter dem Reserverad verstauen und nicht über die Schweiz, sondern über Österreich fahren, weil dort die Bargeldkontrollen weniger streng seien. In

Italien solle er das Geld dicht am Körper tragen. Auch habe sein Anwalt gesagt, das es sehr unwahrscheinlich sei, dass die angebotenen Devisen aus dubiosen Quellen stammten, allenfalls könne es sich um Schwarzgeld handeln. Er sei dann mit 200.000 Euro Bargeld – wie geraten – über Österreich nach Italien gefahren und habe im Gegenzug nur falsche Pfundnoten erhalten. Hätte der Anwalt ihn auf die Risiken des Tauschgeschäfts aufmerksam gemacht, so hätte er dieses nicht vorgenommen, so der Finanzierungsberater.

Der Anwalt bestreitet, derartige Ratschläge erteilt zu haben. Die gesamte Darstellung des Finanzierungsberaters zur Abwicklung des Devisentauschgeschäftes in Italien sei unglaubhaft. Das OLG hat daraufhin den Finanzierungsberater und seine Ehefrau vernommen. Vor Gericht verwickelten sich diese nach Angaben des Gerichts in Widersprüche und zeigten Erinnerungslücken. Deswegen ließen sich die Richter nicht von der Version des Finanzierungsberaters überzeugen.

Oberlandesgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 10.03.2011, 11 U

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