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Billigkeitsmaßnahmen bei Hochwasserschäden

Wer in Bayern, Rheinland Pfalz oder Baden-Württemberg vom Hochwasser während der Tauperiode im Januar 2011 betroffen ist, wird von der Finanzverwaltung unterstützt. Hierzu lässt sich eine Vielzahl von steuerlichen Möglichkeiten ausschöpfen, sowohl im betrieblichen als auch im privaten Bereich. Zu erwähnen sind hierbei insbesondere folgende Billigkeitsmaßnahmen, die auch bei ähnlichen Katastrophen angewendet werden:

Stundungsanträgen von nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich betroffenen Steuerzahlern sowie Anträgen auf Anpassung der Vorauszahlungen auf die Einkommen- oder Körperschaftsteuer, gibt das Finanzamt unter erleichterten Voraussetzungen bis zum 30.04.2011 statt. Ferner wird bis Ende April von Vollstreckungsmaßnahmen bei allen rückständigen oder bis zu diesem Zeitpunkt fällig werdenden Steuern abgesehen und zwischen dem 06.01. und 30.04.2011 keine Säumniszuschläge erhoben.

Für den Nachweis der Spenden, die bis zum 30.04.2011 zur Linderung der Katastrophenfolgen auf ein Sonderkonto einer inländischen Körperschaft des öffentlichen Rechts, einer inländischen öffentlichen Dienststelle oder eines Spitzenverbandes der freien Wohlfahrtspflege einschließlich seiner Mitgliedsorganisation eingezahlt werden, genügt die Vorlage eines Einzahlungsbeleges.

Sind unmittelbar durch das Unwetter Buchführungsunterlagen und sonstige Aufzeichnungen vernichtet worden oder verloren gegangen, so werden hieraus steuerlich keine nachteiligen Folgerungen gezogen. Bei Land- und Forstwirten, Gewerbetreibenden und Freiberuflern besteht die Möglichkeit von Sonderabschreibungen beim Wiederaufbau von Betriebsgebäuden und der Ersatzbeschaffung beweglicher Anlagegüter (beispielsweise Büromöbel oder Ladeneinrichtung). Ähnliches gilt bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung.

Zudem können für die Ersatzbeschaffung beweglicher und unbeweglicher Anlagegüter steuerfreie Rücklagen gebildet werden. Unwetterbedingte Aufwendungen können unter erleichterten Voraussetzungen als Erhaltungsaufwand oder Betriebsausgaben anerkannt werden. Unterstützungen, die von privaten Arbeitgebern an unwettergeschädigte Arbeitnehmer gezahlt werden, sind insoweit steuerfrei, als sie insgesamt 600 Euro je Kalenderjahr nicht übersteigen. Darüber hinausgehende Beträge gehören ebenfalls nicht zum steuerpflichtigen Arbeitslohn, wenn unter Berücksichtigung der Einkommensverhältnisse und des Familienstandes des Arbeitnehmers ein besonderer Notfall vorliegt.

Aufwendungen für die Wiederbeschaffung von Hausrat und Kleidung und für die Beseitigung von Schäden an der eigengenutzten Wohnung im eigenen Haus können als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt werden.

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