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Gemeinsamer Segeltörn birgt für Skipper Haftungsrisiko

Bei einem Segeltörn haftet der Skipper aus unerlaubter Handlung, wenn sich ein Crewmitglied bei einem fehlerhaften Anlegemanöver verletzt. Dies stellt das Oberlandesgericht (OLG) Hamm klar. Im zugrunde liegenden Fall allerdings entkam der beklagte Skipper einer Haftung, weil das Gericht keinen Fehler bei dessen Anlegemanöver hatte feststellen können.

Im Januar 2007 stürzte ein Crewmitglied, als es bei Dunkelheit von dem Beiboot (Schlauchboot mit Außenbordmotor) über dessen Bug auf die am Heck der Segelyacht befindliche Badeplattform übersteigen wollte. Es erlitt eine schwere Schulterverletzung, sah die Ursache in dem Anlegemanöver des Skippers und wollte diesen für die erlittenen materiellen und immateriellen Schäden verantwortlich machen. Seine auf Feststellung der Ersatzpflicht gerichtete Klage blieb in erster und zweiter Instanz ohne Erfolg.

Ein fehlerhaftes Anlegemanöver, für das der Skipper bei dem gemeinsamen Segeltörn gegenüber dem Crewmitglied aus unerlaubter Handlung haften würde, hat das OLG – sachverständig beraten – nicht festgestellt. Die von dem Skipper gewählte Art des Anlegens des Beibootes (mit dem Bug im rechten Winkel zur Badeplattform) sei zulässig, risikoarm, wegen der fehlenden Achterleine sinnvoll, den Crewmitgliedern körperlich zumutbar und geläufig gewesen. Wetter und Wellen hätten keine Probleme bereitet. Auch der Umstand, dass der Skipper den Außenbordmotor abstellte, sei bei dem angeleinten Boot nicht fehlerhaft. Der Skipper sei auch nicht verpflichtet gewesen, eine zusätzliche Achterleine zu beschaffen und sie beim Anlegen zu verwenden, so das OLG.

Oberlandesgericht Hamm, Urteil vom 25.11.2011, I-9 U 100/10

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