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Betriebliche Anleihen: Keine Gewinnminderung bei Kursverlusten

Weisen Freiberufler oder Unternehmer festverzinsliche Wertpapiere in der Bilanz auf, dürfen sie keine Teilwertabschreibung wegen voraussichtlich dauernder Wertminderung vornehmen, was ihren Steuergewinn reduzieren würde. Denn nach einem vom BFH am 17.08.2011 veröffentlichten Urteil verbriefen Anleihen regelmäßig eine Forderung in Höhe des Nominalwerts der Papiere. Der jeweilige Inhaber hat dabei das gesicherte Recht, am Ende der Laufzeit diesen Nominalwert zurück zu erhalten. Diese Sicherheit hat er an jedem Bilanzstichtag, und zwar unabhängig davon, ob zwischenzeitlich infolge bestimmter Marktgegebenheiten wie Zinsschwankungen der Kurswert der Papiere unter dem Nennwert liegt.

Ein unter den Einstandspreis gefallener Börsenkurs ergibt sich also nur unter diesem zeitlichen Blickwinkel. Dieser ergibt kein Risiko hinsichtlich der späteren vollen Rückzahlung und ist daher nur vorübergehend. Etwas anderes kann sich jedoch ergeben, wenn der Kurs aus dem Grund fällt, weil erhebliche Zweifel an der Bonität des Schuldners bestehen. Selbst bei Titeln in Fremdwährung mit noch langer Restlaufzeit wie beispielsweise von zehn Jahren kommt diese Teilwertabschreibung nicht in Betracht. Denn auch hier ist davon auszugehen, dass sich Währungsschwankungen in der Regel später bis zum Ende der Laufzeit wieder ausgleichen und zwischenzeitliche Wechselkursveränderungen nur vorübergehend ein Absinken des Kurses ausgelöst haben. Wenn das schon bei Wertpapieren in Fremdwährung nicht möglich ist, wo Devisenverluste bei Fälligkeit durchaus denkbar sind, muss das erst recht bei Anleihen gelten, die in Euro notieren. Hier ist nämlich – abgesehen von der Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit des Schuldners – eine Rückzahlung in voller Höhe sogar sicher, betonten die Richter. Ganz anders sieht die Steuersituation hingegen für den Kursverfall bei im Anlagevermögen gehaltenen börsennotierten Aktien aus. Hier ist Teilwertabschreibung erlaubt und Selbstständige können vor dem Verkauf eine Gewinnminderung berücksichtigen. Anleihen sind aber mit Aktien nicht vergleichbar. Während bei Festverzinslichen die spätere Einlösung zu einem bestimmten Wert sichergestellt ist, muss der Inhaber einer im Wert gesunkenen Aktie damit rechnen, dass der gesunkene Kurs auf Dauer anhalten oder sich sogar noch vergrößern wird. Hinweis: Die Teilwertabschreibung gelingt auch mit bilanzierten Investmentfonds, sofern die eine Aktienquote von mindestens 50,1 Prozent aufweisen.

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