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Arbeitszimmer: Anwendungserlass zu den Neuregelungen

Durch das Jahressteuergesetz 2010 dürfen Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer auch dann steuerlich wieder berücksichtigt werden, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Dann ist ein Abzug von Betriebsausgaben oder Werbungskosten bis zur Höhe von 1.250 Euro im Jahr möglich. Hiervon profitieren insbesondere Lehrer, Dozenten, Handelsvertreter und sonstige Außendienstmitarbeiter. Ob es eine Rückzahlung für die Jahre 2007 bis 2009 gibt, hängt davon ab, ob der Steuerfall noch offen ist. Denn die Neuregelung greift nicht mehr für Sachverhalte, bei denen schon ein bestandskräftiger Bescheid vorliegt. Das Bundesfinanzministerium hat sich jetzt in einem Anwendungserlass zur steuerlichen Behandlung der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer zu Verfahrensfragen geäußert, wie nunmehr ab 2007 in der Praxis vorzugehen ist (Az. IV C 6 - S 2145/07/10002). Weiterhin können die Kosten für das heimische Büro in vollem Umfang als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgezogen werden, wenn es den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung darstellt. Steht für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, sind die Aufwendungen bis zur Höhe von 1.250 Euro je Wirtschafts- oder Kalenderjahr als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abziehbar. Nachfolgend stehen die wichtigsten Vorgaben der Verwaltung zu den Neuregelungen:

ƒ Der Betrag von 1.250 Euro ist kein Pauschbetrag. Es handelt sich um einen objektbezogenen Höchstbetrag, der nicht mehrfach für verschiedene Tätigkeiten oder Personen in Anspruch genommen werden kann.

ƒ Voraussetzung für den begrenzten Abzug ist, dass für die betriebliche oder berufliche Betätigung kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Hierzu gehört grundsätzlich jeder Arbeitsplatz, der zur Erledigung büromäßiger Arbeiten geeignet ist. Es muss sich hierbei weder um einen räumlich abgeschlossenen Arbeitsbereich noch um einen individuell zugeordneten Arbeitsplatz handeln, sodass auch ein Arbeitsplatz in einem Großraumbüro oder in der Schalterhalle einer Bank zählt.

ƒ Ein anderer Arbeitsplatz steht dann zur Verfügung, wenn ihn der Berufstätige in dem konkret erforderlichen Umfang und in der konkret erforderlichen Art und Weise tatsächlich nutzen kann.

ƒ Übt eine Person mehrere betriebliche und berufliche Tätigkeiten nebeneinander aus und steht für einzelne Tätigkeiten kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, können die Aufwendungen bis 1.250 Euro abgezogen werden. Die Aufwendungen sind dazu entsprechend dem Nutzungsumfang den darin ausgeübten Tätigkeiten zuzuordnen.

ƒ Bei der Nutzung des Arbeitszimmers durch mehrere Personen darf jeder die Aufwendungen abziehen, die er getragen hat. Der Höchstbetrag ist dabei auf die Personen nach dem Nutzungsanteil aufzuteilen – also nicht mehrfach zu gewähren.

ƒ Ändern sich die Nutzungsverhältnisse innerhalb eines Jahres, können die Aufwendungen in voller Höhe nur für den Zeitraum abgezogen werden, in dem das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der Betätigung bildet. Für die übrige Zeit kommt ein beschränkter Abzug ohne anderen Arbeitsplatz in Betracht. Dabei kann der Höchstbetrag von 1.250 Euro auch bei nicht ganzjähriger Nutzung voll abgesetzt werden.

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