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Sturz im Doppelschlepplift: Geschädigte Skifahrerin erleidet nach abweichenden Angaben zum Unfallhergang Niederlage vor Gerichten

Richter können bei der Beurteilung eines Sachverhalts ihre eigene Sachkunde oder Kenntnisse von Örtlichkeiten in die Entscheidung mit einbeziehen. Darüber hinaus ist es für die Partei in einem Prozess ungünstig, wenn sie ihre Angaben (mehrfach) im Hinblick auf das erstrebte Ziel verändert und anpasst. Dieses Fazit zieht das Landgericht (LG) Coburg aus einem Verfahren, in dem es um die Frage der Haftung bei einem Sturz im Doppelschlepplift ging.

Die Klägerin und der Beklagte waren mit einem Doppelschlepplift in einem Skigebiet gefahren. Während der Fahrt kam es zu einem Sturz beider Parteien. Danach fuhr die Klägerin mindestens noch einmal mit dem Lift nach oben und von dort wieder herunter. Sie behauptet, der Beklagte habe den Sturz und dadurch einen Bruch in ihrem Handgelenk verursacht, und verlangte mindestens 10.000 Euro Schmerzensgeld und über 5.600 Euro weiteren Schadenersatz.

Am Anfang des Prozesses hatte die Klägerin behauptet, der Beklagte habe sich hinter ihr vorbeigedrängelt. Sie sei beim Anfahren mit dem Lift deshalb so überrascht gewesen, dass sie gestürzt sei. Später gab sie an, der Beklagte sei schräg vor ihr mit seinen Skiern in der Liftspur und

sogar auf ihren Skienden gestanden. Deshalb sei es zum Sturz gekommen. Letztlich gab sie an, dass der Beklagte den Skiunfall dadurch verursacht habe, dass er sich gegen ihren Willen in den Lift gedrängt habe. Die Klägerin vermochte das LG Coburg von ihren Angaben nicht zu überzeugen. Das Gericht vernahm als Zeugen den Mann, der den Skifahrern die Schleppliftbügel zureichte. Dieser vermochte keine der Versionen der Klägerin zu bestätigen. Das LG überzeugten die Angaben der Klägerin auch deshalb nicht, weil diese während des Prozesses mindestens drei verschiedene Versionen des Unfallhergangs präsentierte. Auch einen Verstoß des Beklagten gegen die allgemeinen Verhaltensregeln des internationalen Skiverbandes FIS konnte das Gericht nicht feststellen. Das LG hielt es auch für möglich, dass es zu einem weiteren Sturz oder sonstigem Unfallereignis gekommen war, bei dem sich die Klägerin verletzt haben könnte. Nach dem Sturz der beiden Parteien sei sie zumindest noch einmal mit dem Lift die Skipiste hinauf und anschließend abgefahren.

Die Klägerin zog gegen das Urteil ohne Erfolg vor das OLG Bamberg. Dort strebte sie die Einholung eines Sachverständigengutachtens an. In diesem sollte geklärt werden, dass es dem Beklagten unmöglich wäre, innerhalb der von der Klägerin angegebenen acht Sekunden neben ihr eine ordnungsgemäße Stellung einzunehmen. Im zuständigen Senat des OLG waren zwei von drei Richtern jedoch selbst alpine Skifahrer. Diese hielten es aus eigener Sachkunde sehr wohl für möglich, innerhalb von acht Sekunden in eine ordnungsgemäße Position im Schlepplift zu gelangen. Dazu kam, dass einer der beiden Richter selbst regelmäßig am Schlepplift des Unfallortes Neukirchen Ski fährt. Dieser wusste, dass es sogar Kindern möglich ist, ordnungsgemäß in die Liftspur innerhalb des von der Klägerin angegebenen Zeitintervalls zu gelangen. Deshalb holte das OLG kein Sachverständigengutachten ein und wies darauf hin, dass die mehrfache Änderung der Angaben durch die Klägerin durchgreifende Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit begründet.

Oberlandesgericht Bamberg, Beschluss vom 06.11.2012, 6 U 38/12

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