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Einkommensteuererklärung: Neue Ausfüllhilfe vom Fiskus

Das Bundesfinanzministerium hat am 15.07.2011 auf einen neuen Plan hingewiesen, wodurch Bund und Länder das Steuerrecht spürbar vereinfachen und zugleich das Verfahren modernisieren und von unnötiger Bürokratie befreien wollen. Um diese Zielsetzung zu verwirklichen, wird der Einsatz moderner Informationstechnologien im Besteuerungsprozess forciert – möglichst breit und umfassend. Dazu wird die Software der Steuerverwaltung im Rahmen des Gemeinschaftsvorhabens KONSENS (koordinierte neue Software-Entwicklung der Steuerverwaltung) von Bund und Ländern vereinheitlicht und modernisiert. Ein wichtiges Projekt dieses Vorhabens ist die elektronische vorausgefüllte Einkommensteuererklärung als optionales und kostenloses Service-Angebot der Finanzverwaltung. Hierbei werden die dem Finanzamt für das aktuelle Veranlagungsjahr vorliegenden Daten automatisch in die richtigen Felder der Steuererklärung übertragen. Das beinhaltet auch die vom Arbeitgeber bescheinigten Lohnsteuerdaten, Mitteilungen über den Bezug von Rentenleistungen, Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherungen, Vorsorgeaufwendungen sowie Name, Adresse und weitere Grundinformationen. Diese Daten werden dann in einer ersten Stufe bereits vorausgefüllt zur Verfügung gestellt. Nach Prüfung und eventuellen Ergänzungen dieser Angaben sendet der Steuerzahler dann seine Einkommensteuererklärung ans Finanzamt.

Hierzu haben die Finanzminister der Länder auf ihrer Konferenz am 22.06.2011 noch einmal ausdrücklich dieses wichtige Projekt einer weiteren Ausbaustufe der elektronischen Kommunikation zwischen Bürgern und Finanzamt bekräftigt und gemeinsam mit dem Bundesfinanzministerium folgende sechs Eckpunkte festgeschrieben:

1.              Die vorausgefüllte Steuererklärung ist ein kostenloses elektronisches Serviceangebot der Finanzverwaltung, das erstmals im Laufe des Jahres 2013 allen interessierten Bürgern in einer ersten Stufe zur Verfügung gestellt wird. Die Nutzung kann über die Dienste der Steu-

erverwaltung (www.elster.de) oder mit Hilfe kommerzieller Software in Anspruch genommen werden.

2.              Erleichterung bei der Erstellung einer Einkommensteuererklärung, Nutzung von ElsterFormular oder des ElsterOnline-Portals. Dort können bei der Steuerverwaltung gespeicherte Informationen angezeigt und nach Prüfung übernommen werden, ohne dass damit eine Verpflichtung zur elektronischen Abgabe verbunden ist.

3.              Lieferung einer aktuellen Datenbasis durch eindeutig zuordenbare wesentliche Informationen für die Einkommensteuererklärung, bereits in der ersten Ausbaustufe.

4.              In den folgenden Stufen ist die Bereitstellung weiterer steuerlich relevanter Informationen vorgesehen.

5.              Die vorausgefüllte Steuererklärung muss höchstmögliche Datensicherheit gewährleisten, da die Informationen dem Steuergeheimnis unterliegen. Diese können daher nur der Steuerpflichtige selbst oder ausdrücklich durch ihn autorisierte Personen – wie etwa sein Ehepartner oder sein Steuerberater abrufen.

6.              Kundenorientierte Dienstleistung, indem eine Erreichbarkeit rund um die Uhr und 7 Tage die Woche vorgesehen ist. Wiederholte Abrufe der Informationen sind möglich.

Das Bundesfinanzministerium ist sich sicher, dass die vorausgefüllte Steuererklärung das Ausfüllen der Formulare wesentlich erleichtern wird. Hierzu werden derzeit im Rahmen des Vorhabens KONSENS die fachlichen und technischen Grundlagen für das Entgegennehmen und Weiterverarbeiten elektronischer Belege entwickelt. Mit diesen und weiteren KONSENS-Projekten wird die Steuerverwaltung ihr elektronisches Serviceangebot zum Nutzen aller am Besteuerungsverfahren Beteiligten schrittweise erweitern, so das Versprechen.

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