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Baudenkmal: Steuerförderung nur mit Bescheinigung

Denkmalgeschützte Objekte sind eine der letzten Geldanlagen, mit denen man noch Steuern sparen kann. Die Investition für das selbst genutzte oder vermietete Denkmalobjekt rechnet sich durch den Steuerabzug von Sonderausgaben oder Werbungskosten. Vermieter machen die Kosten voll und zügig über die Abschreibung geltend und beim Kauf eines eigengenutzten Domizils kann die Familien die Baukosten zehn Jahre lang jeweils mit neun Prozent der Aufwendungen als Sonderausgaben abziehen – insgesamt als 90 Prozent. Diese Steuervergünstigungen kommen sogar dann in Betracht, wenn ein denkmalgeschütztes Nebenhaus nur für Hobbyzwecke genutzt wird oder die Räumlichkeiten zur Aufbewahrung von Gartenmöbeln, Reitutensilien oder Kleintieren dienen. Sogar der Schwimm- oder Saunabereich innerhalb eines denkmalgeschützten Gebäudes ist steuerlich begünstigt. Dabei ist die Bescheinigung der zuständigen Gemeindebehörde materiell-rechtliche Tatbestandsvoraussetzung für die Inanspruchnahme der Steuervergünstigung. Denn erst wenn diese anschließend eine Bescheinigung über die begünstigten Aufwendungen ausstellt, können diese beim Finanzamt geltend gemacht werden.

Das Bayerische Landesamt für Steuern weist jetzt darauf hin, dass ein Anspruch auf die Steuervergünstigung bis zur Vorlage der Bescheinigung noch nicht entstanden ist (Az. S 2198 b.2.1-9/9 St32). Das bedeutet in der Praxis, dass Werbungskosten und Sonderausgaben von den Finanzämtern weder im Rahmen einer Schätzung noch bei einer vorläufigen Steuerfestsetzung berücksichtigt werden können. Ebenso wenig kann die erhöhte Abschreibung bei Arbeitnehmern bereits im Lohnsteuerermäßigungsverfahren oder bei den übrigen Steuerzahlern bei Festsetzung von Vorauszahlungen angesetzt werden.

Hinweis: Die zuständigen Gemeindebehörden stellen vorab oftmals vorläufige Bescheinigungen aus, wenn beispielsweise ihre Prüfung noch nicht komplett abgeschlossen ist. Diese Unterlagen reichen den Finanzbeamten für die Anerkennung der erhöhten Denkmal-Absetzungen ebenfalls nicht aus.

Bei endgültiger Bescheinigung zählen steuerlich allerdings nur begünstigte Denkmalmaßnahmen. Das macht bei grundsanierten Gebäuden bis zu 85 und im Schnitt 70 Prozent vom Gesamtpreis aus. Den Rest kann der Selbstnutzer nicht verwenden und der Vermieter schreibt sie ganz normal ab. Sofern der Bauherr öffentliche Zuschüsse etwa vom Land oder der Denkmalstiftung erhält, muss die Bemessungsgrundlage für die AfA entsprechend gekürzt werden.

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