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Lebensversicherungen: Steuerlicher Ansatz von Verlusten

Eine Kapitallebensversicherung bringt in der Praxis oftmals rote Zahlen, wenn der Vertrag vor Fälligkeit gekündigt oder an Dritte als gebrauchte Police verkauft wird. Ein finanzieller Verlust entsteht, wenn Rückkaufswert oder Verkaufspreis unter den bis dahin gezahlten Beiträgen liegt. Die Oberfinanzdirektion Rheinland weist mit Kurzinfo Einkommensteuer Nummer 42/2010 auf die Unterschiede zwischen vor 2005 (Altpolice) und nach 2004 (Neupolice) abgeschlossenen Verträgen hin:

ƒ Altpolice: Die aufgelaufenen Zinsen aus den Sparanteilen sind nur dann als steuerpflichtige Kapitaleinkünfte zu erfassen, wenn der Vertrag schädlich verwendet wird (keine zwölfjährige Laufzeit, Absicherung eines Kredits, Einmalbeiträge). Ansonsten ist der Ertrag steuerfrei. Liegt der Rückkaufswert unter den geleisteten Prämien, ist der hieraus entstandene Verlust als Vorgang auf der privaten Vermögensebene steuerlich nicht abzugsfähig. Ein Verkauf der gebrauchten Police ab 2009 ist im Regelfall steuerlich nicht zu berücksichtigen. Der Verkauf ist nur dann steuerpflichtig, wenn bei einem Rückkauf zum Veräußerungszeitpunkt die Erträge ebenfalls steuerpflichtig wären.

ƒ Neupolice: Die Erträge ermitteln sich durch Gegenüberstellung der Versicherungsleistung (beispielsweise der Rückkaufswert) und der Summe der auf sie bis dahin entrichteten Beiträge. Verluste können demnach insbesondere bei frühzeitigem Rückkauf der Lebensversicherung entstehen. Der Minusbetrag aus dem Veräußerungsgeschäft ermittelt sich durch aus der Differenz zwischen Veräußerungspreis und -kosten sowie den entrichteten Beiträgen. Über laufende Versicherungserträge stellen inländische Versicherungsunternehmen eine Steuerbescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt aus, weil diese Erträge dem Steuerabzug unterliegen. Diese Pflicht haben seit 2010 auch ausländische Versicherungsgesellschaften, wenn diese eine Zweigniederlassung im Inland haben. Für solche Fälle ist die Ausstellung einer Verlustbescheinigung gesetzlich aber nicht vorgesehen. Erträge aus ausländischen Versicherungsgesellschaften ohne Zweigniederlassung im Inland unterliegen keinem inländischen Steuerabzug, sodass für diese auch keine Steuerbescheinigung ausgestellt wird. Der Gewinn aus dem Verkauf einer Police unterliegt generell keinem Steuerabzug, sodass hierüber auch keine Steuerbescheinigung ausgestellt wird. Der Sparer hat zwecks Ermittlung des zutreffenden Ertrags dem Finanzamt alle für die Besteuerung erforderlichen Unterlagen beizubringen.

Zu beachten ist, dass für Verluste aus Kündigung oder Veräußerung einer Kapitallebensversicherung das allgemeine Verlustverrechnungsverbot im Rahmen der Abgeltungsteuer gilt. Dadurch kommt lediglich eine Verrechnung mit positiven Einkünften aus Kapitalvermögen in Betracht.

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