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Familienförderung: Für volljährige Kinder entfällt die Prüfung der Einkommensgrenze

Bis Ende 2011 war der Anspruch auf Kindergeld und Steuerfreibeträge bei volljährigen Kindern neben den sachlichen Voraussetzungen wie etwa Studium oder Berufsausbildung auch davon abhängig, dass die eigenen Einkünfte und Bezüge des Sprösslings den Betrag von 8.004 Euro im Jahr nicht übersteigen. Ab 2012 werden nun volljährige Kinder zwischen 18 und 25 Jahren unabhängig von ihrem eigenen Einkommen berücksichtigt. Nach Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums gilt das allerdings nur, wenn Sohn oder Tochter keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, die ihre Zeit und Arbeitskraft überwiegend in Anspruch nehmen.

Dies erspart den Eltern umfangreichen Ermittlungs- und Erklärungsaufwand, sowohl im Rahmen des Kindergeldantrags als auch im Rahmen der Einkommensteuererklärung. In diesem Zusammenhang wird auch auf die Anrechnung eigener Einkünfte und Bezüge beim Ausbildungsfreibetrag für die Abgeltung des Sonderbedarfs eines sich in Berufsausbildung befindenden, auswärtig untergebrachten volljährigen Kindes ab 2012 verzichtet. Minderjährige Kinder werden wie bisher ohne diese besonderen Voraussetzungen steuerlich und von der Familienkasse berücksichtigt.

Was Familien und die Finanzämter künftig nach der neuen Rechtslage zu beachten haben, hat das Bundesfinanzministerium jetzt in einem aktuellen 11-seitigen Schreiben zusammengefasst (Az. IV C 4 – S 2282/07/0001–01). Anstelle der bisherigen alten Regelungen gibt es ab 2012 für Kinder über 18 nämlich eine neue Prüfung, die nach dem Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums erfolgen muss: Ab diesem Zeitpunkt wird das Kind künftig nur noch steuerlich berücksichtigt, wenn es keiner Erwerbstätigkeit nachgeht. Nur bis zum Abschluss seiner erstmaligen Berufsausbildung oder seines Erststudiums kann der Nachwuchs also noch einer Erwerbstätigkeit nachgehen, ohne dass die Eltern den Anspruch auf Kindergeld und Steuerfreibeträge gefährden.

Immerhin steht nicht jede Erwerbstätigkeit der fortgesetzten steuerlichen Berücksichtigung als Kind entgegen. Unschädlich sind eine Erwerbstätigkeit mit bis zu 20 Stunden regelmäßiger wöchentlicher Arbeitszeit, ein Ausbildungsdienstverhältnis oder ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis (400-Euro-Mini-Job). Sie führen nicht zum Verlust der steuerlichen Anerkennung als Kind.

Eine Berufsausbildung liegt vor, wenn der Abkömmling durch eine berufliche Ausbildungsmaßnahme die notwendigen fachlichen Fertigkeiten und Kenntnisse erwirbt, die zur Aufnahme eines Berufs befähigen. Es muss zudem ein öffentlich-rechtlich geordneter Ausbildungsgang vorliegen, der durch eine Prüfung abgeschlossen wird. Dabei ist eine Berufsausbildung erstmalig, wenn ihr keine andere abgeschlossene Berufsausbildung oder kein abgeschlossenes Hochschulstudium vorausgegangen ist.

Als Erststudium gilt der Besuch von Universität, Pädagogischer Hochschule, Kunsthochschule, Fachhochschule und einer sonstigen Einrichtung des Bildungswesens, die nach Landesrecht staatlich Hochschule ist. Auch ein Fernstudium gehört dazu. Darüber hinaus darf einem Erststudium kein anderes Studium vorausgegangen sein, das durch einen berufsqualifizierenden Abschluss beendet wurde. Es darf auch keine andere abgeschlossene nichtakademische Berufsausbildung vorangegangen sein.

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